Monstera Deliciosa vs Adansonii: Unterschiede erkennen
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Eine Monstera deliciosa entwickelt Blätter bis zu 90 cm Breite, eine Monstera adansonii bleibt bei maximal 25 cm Blattgrösse. Wer die beiden verwechselt, kauft entweder einen Riesen für die kleine Mietwohnung oder eine zarte Kletterpflanze, die nie die erwarteten Spaltblätter ausbildet.
Die Verwechslung passiert ständig. Beide haben löchrige Blätter, beide gehören zur gleichen Gattung, beide werden im Baumarkt oft falsch beschriftet. Wer die zentralen Unterschiede in Blattform, Wuchs und Pflege kennt, wählt die Pflanze, die wirklich zur Wohnsituation passt.
Die wichtigste Unterscheidung: Blattform und Blattgrösse
Beide Arten entwickeln Fenestrationen, also natürliche Löcher und Schlitze in den Blättern. Aber: Die Deliciosa zeigt tiefe Schlitze vom Blattrand bis fast zur Mittelrippe. Die Adansonii hat fast ausschliesslich runde bis ovale Löcher mittig im Blatt, die nicht den Rand erreichen.
Junge Deliciosa-Pflanzen haben oft noch geschlossene, herzförmige Blätter. Spaltbildung beginnt erst ab dem 5. bis 7. Blatt und braucht ausreichend Licht. Eine Adansonii zeigt schon im ersten Jahr nach Stecklingsbewurzelung die typischen Löcher, oft schon ab Blatt 2 oder 3.
Wuchsverhalten: Klettermonster vs Ranker
Eine Monstera deliciosa wird in der Natur 20 Meter hoch und klettert an Baumstämmen empor. Im Wohnzimmer erreicht sie 2 bis 3 Meter über mehrere Jahre. Sie braucht zwingend eine Kletterhilfe ab dem zweiten Lebensjahr. Ohne Moosstab fallen die schweren Blätter um und der Wuchs wird unruhig.
Die Adansonii dagegen rankt eher als zu klettern. Sie eignet sich besonders für Hängeampeln, die von der Decke baumeln, oder für Rankgitter an der Wand. Die Triebe werden 1,5 bis 3 Meter lang und produzieren alle 15 bis 25 cm ein neues Blatt. Wer die Triebe regelmässig stutzt, fördert buschiges Wachstum statt langer Einzelranken.
Pflege im direkten Vergleich
Die Pflegeanforderungen sind ähnlich, unterscheiden sich aber in den Details. Die folgende Tabelle zeigt die zentralen Unterschiede.
| Kriterium | Monstera deliciosa | Monstera adansonii |
|---|---|---|
| Lichtbedarf (Lux) | 1.000 bis 2.500 | 800 bis 2.000 |
| Gießrhythmus (Sommer) | alle 5 bis 7 Tage | alle 4 bis 5 Tage |
| Substratfeuchte | obere 3 cm trocken | obere 1 bis 2 cm trocken |
| Luftfeuchte minimum | 50 Prozent | 60 Prozent |
| Endgrösse Innenraum | 2 bis 3 m | 1,5 bis 3 m Trieblänge |
| Preis (Jungpflanze) | 15 bis 40 Euro | 10 bis 25 Euro |
Welche Pflanze für welche Wohnsituation
Wer ein helles Wohnzimmer mit mindestens 4 Quadratmetern freier Bodenfläche hat, ist mit der Deliciosa gut beraten. Sie braucht Platz und einen 1,5 bis 1,8 Meter hohen Moosstab. Die Optik einer ausgewachsenen Deliciosa ist beeindruckend und macht jeden Raum zum Statement-Wohnzimmer.
In kleineren Wohnungen oder bei Liebhabern hängender Pflanzen ist die Adansonii die bessere Wahl. Sie wirkt verspielter, braucht weniger Platz und lässt sich mit anderen rankenden Pflanzen wie Efeutute oder Philodendron Brasil kombinieren. Auch im Badezimmer fühlt sie sich dank der hohen Luftfeuchte besonders wohl.
Vermehrung: bei beiden einfach
Beide Arten lassen sich gut über Stecklinge vermehren. Ein Trieb wird unter einem Knoten geschnitten, bei dem sich eine Luftwurzel zeigt. Das Stück kommt in ein Glas Wasser an einen hellen Platz ohne direkte Sonne. Innerhalb von 2 bis 4 Wochen bilden sich neue Wurzeln. Sobald diese 3 bis 5 cm lang sind, geht es in lockeres Substrat.
Die Adansonii bewurzelt etwas schneller als die Deliciosa, weil ihre Triebe dünner sind und weniger Wasser- und Nährstoff-Bedarf haben. Aus einer einzigen Adansonii lassen sich pro Jahr 5 bis 10 neue Pflanzen ziehen. Bei der Deliciosa sind es realistisch 2 bis 3, weil jeder Steckling deutlich grösser sein muss.
Probleme erkennen und beheben
Gelbe Blätter haben bei beiden Arten meist die gleiche Ursache: Übergiessen. Wenn der Wurzelballen länger als zwei Tage komplett nass bleibt, beginnt der Wurzelfäule-Prozess. Die Pflanze raus aus dem Topf, schwarze Wurzeln abschneiden, in frisches, lockeres Substrat setzen und für 7 bis 10 Tage nicht giessen.
Braune Blattränder zeigen meistens zu trockene Luft an, vor allem bei der Adansonii. Ein Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser unter der Pflanze hebt die lokale Luftfeuchte um 5 bis 10 Prozent. Wer es professioneller mag, stellt einen Luftbefeuchter mit Hygrometer in die Pflanzen-Ecke. Werte zwischen 55 und 70 Prozent sind ideal.
Düngung und Substrat: kleine Unterschiede mit Wirkung
Beide Monsteras sind nicht besonders nährstoffhungrig. Von April bis September reicht ein Grünpflanzendünger alle 3 bis 4 Wochen in halber Dosierung. Bei der Deliciosa, die mehr Biomasse aufbaut, kannst du in der Hauptwachstumsphase Mai bis Juli die Frequenz auf alle 2 Wochen erhöhen. Die Adansonii bleibt sparsamer und reagiert auf Überdüngung mit braunen Blattspitzen.
Substrat-Mischung: Beide brauchen lockere, gut drainierende Erde. Bewährt hat sich eine Mischung aus 50 Prozent Kübelpflanzen- oder Aroidenerde, 25 Prozent Pinienrinde und 25 Prozent Perlit oder Bims. Diese Mischung speichert Feuchtigkeit ohne zu verdichten und liefert die Luftporen, die die fleischigen Monstera-Wurzeln brauchen. Reine Blumenerde aus dem Discounter ist für beide Arten zu dicht.
Beim Umtopfen alle 18 bis 24 Monate den nächstgrösseren Topf wählen, höchstens 4 cm grösser im Durchmesser. Tonscherben oder eine 2 cm dicke Blähton-Schicht als Drainage am Topfboden verhindern Staunässe. Nach dem Umtopfen 5 bis 7 Tage nicht giessen, damit verletzte Wurzeln verheilen können.
Was sich in der Praxis bewährt
Beide Monsteras sind unter den unkompliziertesten Tropenpflanzen für Wohnungen. Wer den Platz hat und die grosse Geste mag, nimmt die Deliciosa. Wer flexibel und experimentierfreudig ist, holt sich die Adansonii und vermehrt sie übers Jahr für Freunde, Pflanzentausch oder das Wachsen lassen einer ganzen grünen Wand.
Beim Kauf gilt: Lieber eine kleine, gesunde Pflanze für 15 Euro als ein vermeintliches Schnäppchen mit gelben Blattspitzen für 25 Euro. Achte auf feste Blätter ohne braune Ränder, einen frischen Wurzelhals und keine Trauermücken auf dem Substrat. Dann begleitet dich die Monstera 10 Jahre und mehr durch alle Wohnphasen.
Veröffentlicht durch die PflanzenPraxis-Redaktion. Veröffentlicht am 24. September 2026.
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