Wo wächst was bei dir? Die große Garten-Klimakarte Deutschlands
Bevor du das nächste Mal beim Pflanzen-Kauf zögerst: hier siehst du auf einen Blick, was in deinem Bundesland zuverlässig gedeiht — und wo Tomate, Feige oder Heidelbeere ein verlorener Kampf sind.
Warum diese Karte
Gartenratgeber tun oft so, als wäre Deutschland klimatisch ein Land. Tatsächlich liegen zwischen Erzgebirge und Oberrheinebene gut 40 Tage Gartensaison. Wer das ignoriert, pflanzt Aprikose ins Sauerland und wundert sich, dass jeder Frühling die Blüte killt.
Wie's funktioniert
Sag der Karte, was du anbauen willst und wie empfindlich deine Sorten sind. Sie färbt sich grün, wo deine Pflanzen sich wohlfühlen, und rot, wo der Sommer zu kühl, der Boden zu trocken oder der letzte Frost zu spät kommt.
Woher die Zahlen kommen
Die 30-jährigen Mittelwerte vom Deutschen Wetterdienst (1991-2020), die Winterhärte-Zonen für Deutschland und Empfehlungen der Gartenakademien der Länder. Wo wir nur abschätzen, sagen wir es ehrlich.
6.5–7.5
Klimazonen zwischen Hoch- und Tiefland
200–235
Tage Gartensaison von Süd nach Nord
540–940
mm Regen — vom Spreewald bis Schwarzwald
16
Bundesländer auf einen Blick
Schnellauswahl — was willst du anbauen?
Deine Garten-Karte — grün = passt, rot = wird zäh
Hier wächst's leichtGeht, mit etwas MüheWird zur Geduldsprobe
Tipp auf dein Bundesland und du siehst, was dort wirklich gedeiht
16 Bundesländer · sortiert nach score (desc)
| Bundesland | Klimazone | Klima-Score↓ |
|---|---|---|
Rheinland-PfalzRP | 7b – 8a (Weinbauklima) | 86 |
Baden-WürttembergBW | 7b – 8a (Rheinebene wärmste Region) | 84 |
HessenHE | 7a – 7b (Rhein-Main wärmster Teil) | 80 |
NiedersachsenNI | 7a – 7b (Westen milder) | 80 |
BremenHB | 7b (maritim mild) | 79 |
HamburgHH | 7b (maritim mild) | 79 |
Nordrhein-WestfalenNW | 7a – 7b (Niederrhein wärmster Teil) | 79 |
SaarlandSL | 7a – 7b | 79 |
BerlinBE | 7a (Stadtwärme-Insel) | 77 |
Schleswig-HolsteinSH | 7b (maritim, mild) | 75 |
ThüringenTH | 6b – 7a (Becken wärmer) | 71 |
SachsenSN | 6b – 7b (Elbtal Dresden 7b, Erzgebirge 6a) | 70 |
BrandenburgBB | 6b – 7a (Süden milder) | 69 |
Sachsen-AnhaltST | 6b – 7a (Saale-Unstrut 7a) | 69 |
BayernBY | 6b – 7a (Franken wärmer als Alpenvorland) | 67 |
Mecklenburg-VorpommernMV | 6b – 7a (Küste milder) | 64 |
Drei Dinge, die dir keine Karte verrät
Dein Mikroklima zählt mehr als die Karte
Eine geschützte Südwand in München kann wärmer sein als ein zugiger Garten in Mannheim. Hauswände, Hanglage, ein Teich nebenan — solche Details verschieben deine Klimazone gerne um eine halbe Stufe. Lohnt sich, dein Beet selbst zu beobachten.
Großmutters Faustregeln stimmen nicht mehr
Deutschland ist seit den 1990ern um rund 1,5 Grad wärmer geworden. Was damals Klimazone 6b war, ist heute oft 7a. Viele Sorten, die früher hier nie reif wurden, schaffen es inzwischen — wenn dein Garten genug Sonne hat.
Trockenheit ist das neue Frost-Problem
Lange war der späte Frost dein Hauptgegner. In Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt ist heute das Gießen die größere Sorge. Eine wärmere Region nützt deinem Beet nichts, wenn die Pflanze im Juli vertrocknet.
⚠ Diese Karte ist eine Orientierung, kein Pflanzenetikett
Die Klimadaten stammen aus den 30-jährigen Mittelwerten des Deutschen Wetterdienstes (1991-2020) und den Winterhärte-Zonen für Deutschland. Dein Mikroklima vor Ort — geschützte Hauswand, Hanglage, Höhenmeter, Stadtnähe — kann deutlich abweichen. Die Pflanzen-Empfehlungen sind gartenbauliche Standards für Hausgärten, keine Garantie für jeden Einzelstandort.
Vor dem Kauf: ein Blick aufs Pflanzenetikett und die lokale Gärtnerei fragen — die kennen die Eigenheiten deiner Region oft besser als jede Karte.
Frequently Asked Questions
In welchem Bundesland habe ich es als Hobbygärtner am leichtesten?
Wann darf ich endlich die Tomaten raus, ohne dass mir der Frost alles wegnimmt?
Welche meiner Pflanzen werden durch den Klimawandel zur Geduldsprobe?
Kann ich auch in Hamburg oder Schleswig-Holstein Wein im Garten anbauen?
Was ist der Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland für meinen Garten?
Wo machen Heidelbeeren, Himbeeren und andere Beeren am meisten Spaß?
Woher die Zahlen kommen
Primärquellen: Deutscher Wetterdienst (DWD) Klimaatlas 1991-2020, Winterhärte-Zonen für Deutschland, Gartenakademien der Länder (z. B. Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz), Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL).
Klimazone (Winterhärte): Eingestuft anhand der mittleren jährlichen Tiefst-Temperatur. 6a = -23 bis -21 °C bis 8a = -12 bis -9 °C. Für Deutschland reicht die Spannweite je nach Höhe und Lage von 6a (Hochlagen Erzgebirge, Voralpen) bis 8a (Oberrheingraben, Kaiserstuhl).
Vegetationsperiode: Anzahl Tage mit Tagesmittel-Temperatur über 5 °C. Dies ist die Schwelle, ab der die meisten Kulturpflanzen netto wachsen. Höhe und Küstennähe verschieben diesen Wert um bis zu 40 Tage.
Score-Berechnung: Klimazonen-Match 30 %, Vegetationsperiode 25 %, Wasserverfügbarkeit 20 %, Hitzewochen-Match 15 %, Sonnenstunden 10 %. Der Score ist Orientierung — keine Garantie für einzelne Pflanzen-Sorten.
Datenqualität: „Belegt“ stützt sich auf direkte DWD-Stations-Mittel. „Geschätzt“ ist hochgerechnet aus Nachbarstationen plus Gartenakademie-Erfahrungswerten.
Lizenz: CC BY-SA 4.0 — bei Weiterverwendung Quelle „PflanzenPraxis.de“ angeben.